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Einträge der Kategorie Rezensionen
Filmkritik

22 Bullets gegen The Tourist

(veröffentlicht unter «Rezensionen» und «Film» um 14:25)

Die beiden Filme sind natürlich nicht zu vergleichen, und doch soll das hier schnell geschehen, einfach aus dem Grund, dass es die beiden letzten Filme waren, die ich im Kino gesehen habe. Den letzten, 22 Bullets, heute Abend, den anderen, The Tourist, vor drei.

Um es nicht allzu spanndend zu machen: gewonnen hat eindeutig die französische Produktion 22 Bullets. Äußerst spannend, elegant gefilmt, womöglich zu brutal schildert der Film die Rache des eigentlichen Mafiaaussteigers Charly Matteï, dargestellt von Jean Reno. In der Eröffnungssequenz wird man zunächst im Unklaren gelassen, ob die goldlichtüberstrahlten Figuren nun bald Opfer werden oder doch dem Täterkreis zuzurechnen sind. Ein Anschlag, danach der Rachefeldzug, mit kleinen Episoden aus dem Leben des einstigen Parons von Marseille.

Ein wirklich großer Flop war The Tourist. Die Kritiken waren ja bereits unmöglich, doch lasse ich mich davon meistens nicht beirren und habe auch gelegentlich eine andere Meinung. Nur diesmal sollten die Kritiker Recht behalten; vor allem der Artikel von Christof Siems in der Zeit beschreibt den Film treffend. So schön Angelina Jolie auch gefilmt wird, so fad, lustlos, unemotional und unglaubwürdig bleibt der Film. James Newton Howard war für die solide Musik zuständig und arbeitete anständig. Bleibt zu hoffen, dass der berühmte Regisseur doch wieder das Genre wechseln möge und Agentenfilmen Spezialisten überlässt.


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In der Hochschule

Alfred Brendel Vortragsreihe

(veröffentlicht unter «Rezensionen» und «Konzert» um 23:54)

Zwei der insgesamt drei Abende der Vortragsreihe von Alfred Brendel in der Münchner Hochschule für Musik und Theater sind vorüber – ein kurzer Kommentar:

Der erste Vortrag war interessanter als der zweite. Am 9. Dezember ging es um Homor in der Musik. Brendel sprach v. a. über Haydn und brachte einige Klangbeispiele am Klavier. Phaszinierend, wie er es innerhalb kürzester Ausschnitte schaffte, die Athmosphäre des Stücks zu charakterisieren. Meiner Meinung lag es aber hauptsächlich an seiner Interpretation – also vor allem an der Gestik und Mimik –, dass sich der Humor dem Publikum mitteilte. Weniger im eigentlichen Notentext. Das wiederum wirft natürlich die Frage auf, was die eigentliche Musik denn nun ist: die verschriftlichte Komposition oder erst die praktische Interpretation. Blieb am Ende nur die Feststellung dass Brendel bei Mozart, der gemeinhin auch als humoristischer Komponist gilt, keine solchen Elemente (in der textlosen Musik) entdecken konnte.

Der zweite Vortrag am 11. Dezember behandelte den Charakter der Musik. Als ob man die Position, Musik könne einen immanenten Charakter besitzen, verteidigen müsste! Die eigentliche Vortragsaussage blieb während des ganzen Abends unklar und deswegen mäanderte sich Brendel von Beispiel zu Beispiel (meist waren es ohnehin nur Beethoven-Klaviersonatenexzerpte). Imponierend war jedoch – noch stärker als zwei Tage zuvor – die sofortige Präsenz des musikalischen Gehalts von der ersten Note der meist nur wenige Takte umfassenden Beispiele.

Es folgt nun noch der dritte Abend im Februar über Spielgewohnheiten und Interpretation. Bericht folgt!


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Auch ohne Filmmusik gibt’s schöne Filme

Bal – Honig

(veröffentlicht unter «Filmmusik», «Rezensionen» und «Film» um 23:48)

Das war ein besonderes Erlebnis: ein Überraschungsfilm, der auf voller Länge überzeugen konnte. In „Bal-Honig“ geht es um eine Familie, genauer, um den einzigen Sohn. Er ist wohl Autist, das stellt sich erst später heraus. Aus seiner kindlichen Perspektive wird das Leben eines Honigsammlers in der Türkei gezeigt. Gesprochen wird kaum, Musik gibt es gar nicht.

Mit dieser Einstellung beginnt der Film – erst am Ende wird klar, was passiert. Diese filmische Kostbarkeit möchte ich allen Lesern ans Herz legen, es ist ein wunderbarar und ruhiger Film.


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Entführung

Berliner Spätsommer (2)

(veröffentlicht unter «Rezensionen», «Privat» und «Oper» um 17:18)

Das Bild ist zwar unmöglich, phantastisch dagegen war die Aufführung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Überschlichte Bühne und gute Sänger. Sogar Britta konnte Mozart eine Kleinigkeit abgewinnen…

 


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Tarantino auf Deutsch

Inglourious Bastards

(veröffentlicht unter «Rezensionen» und «Film» um 14:53)

Ein gutes Filmerlebnis. Spannend, witzig, erschreckend und neu.

Mit internationaler Starbesetzung und etlichen deutschen Prominenten Schauspielern kam Inglourious Bastards endlich in die Kinos. Im City zeigten sie schon monatelang vielversprechende Vorschauen, aber etliche Besuche der Sneak-Preview warn (hinsichtlich dieses Films) leider vergeblich. Also anstänig Karten gekauft…

 

Brad Pitt

Er hatte nicht viel zu tun, außer gefahrvoll zu wirken. Das erledigte Brad Bitt aber mit Bravour.

Daniel Brühl

Endlich einmal nicht zu sentimental wusste auch Daniel Brühl zu überzeugen.

Diane Krueger

Frau Krueger spielte Bridget von Hammersmark. Sie ist die schwächste Darstellerin des Ensembles. Womöglich lag es an der deutschen Synchronisation, womöglich an Spielanweisungen des Regisseurs; – auf jeden Fall wirkte sie hölzern und nicht authentisch. 

 

 

Christoph Walz

Den Vogel schoss aber Christoph Walz als SS-Offizier ab. Die beklemmende und lange erste Szene ist ein Bravourstück. Phantastisch.

 

 

 


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mit Sir John

Die Fünfte

(veröffentlicht unter «Rezensionen» und «Konzert» um 17:59)

5teGestern dirigierte Sir John Eliot Gardiner das London Symphony Orchestra im Gasteig. Durch einen günstigen Umstand kam ich an eine Karte, sodass ich im ausverkauften Haus zwei Symphonien und eine Ouvertüre von Beethoven hören konnte.

Zuerst gab es die Namensfeier-Ouvertüre, die man sich auch hätte sparen können, danach dann die vierte Symphonie. Da war man schon gespannt dabei; – von der Präzision des Orchesters und dem samtigen Streicherklang sowie den oft gestopften Hörnern konnte man begeistert sein.

Dann aber, nach der Pause: die fünfte. Sie begann plötzlich, ohne große Vorbereitung. Und dann hörte ich ein neues Stück Musik, das ich eigentlich zu kennen glaubte, auf bisher unerhörte Weise. Mit unerbitterlicher rhytymischer Präzision durchpflügte Gardiner den ersten Satz; – stets bis zu den Phrasenenden wurde die Intensität vom gesamten Orchester durchgehalten. Die Streicher spielten wie oben angesprochen non vibrato, was vor allem dem zweiten Satz sehr gut tat, und durch die oft gestopften Hörner (die Hornisten benutzten allerdings sehr wohl Ventilhörner) ergab sich eine akustische Durchlässigkeit, die es ermöglichte, Momente in der Partitur zu hören, sie sonst schlicht zugekleistert sind. Recht schnell der dritte und auch der vierte Satz, das Fugato ist wohl kaum schneller zu nehmen, die Kontrabässe waren am Limit! Insgesamt total beeindruck, fast heiser aufgrund der Bravorufe und begeistert nach Hause.


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